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Empfehlungen für
Familienangehörige
und Freunde

Es kann sehr beunruhigend und schwierig sein, die Befürchtung oder sogar die Gewissheit zu haben, dass ein/e Verwandte/r oder ein/e Freund/in Gewalt durch eine nahestehende Person erlebt oder vielleicht nach einer Trennung gestalkt wird.
Sie möchten der betroffenen Person helfen, fühlen sich aber unsicher und fragen sich, was genau Sie tun und wie Sie helfen können?

Empfehlungen

Informieren Sie sich, insbesondere zu den Formen und Auswirkungen häuslicher Gewalt und Stalking. Dies wird Ihnen helfen die Gesamtsituation besser zu verstehen.

Zuhören – Glauben schenken – Ernstnehmen! Sie können auf unterschiedliche Weise zeigen, dass Sie die geschilderten Gewalterfahrungen ernst nehmen.
Vermeiden Sie vorwurfsvolle Fragen oder Aussagen, wie z.B. »Warum tust du denn nichts? Ich an deiner Stelle …« Damit können sie verhindern dass sich die betroffene Person von Ihnen bedrängt oder gar verantwortlich für die Situation fühlt. Aussagen wie »Du hättest viel eher …« können Schamgefühle auslösen. Versuchen Sie die folgende Botschaft zu vermitteln: »Du kannst mir vertrauen und offen reden. Ich bin bereit zu helfen.«

Haben Sie Geduld – Gewalterfahrungen lähmen. Je länger die Partnerschaft besteht, umso schwerer kann es den Betroffenen – aus den unterschiedlichsten Gründen heraus – fallen, sich für eine endgültige Trennung zu entscheiden.
Auf keinen Fall sollten Sie die Person, welche die Gewalt ausübt, direkt konfrontieren! Damit bringen Sie sich selbst und die betroffene Person in Gefahr.

Es gibt verschiedene Einrichtungen, an die sich Betroffene anonym wenden können, um sich professionell und kostenfrei beraten zu lassen. Diese Informationen können Sie den Betroffenen in einem unbeobachteten Moment zur Verfügung stellen.
(Oftmals genügt ein kleiner Zettel mit der dazugehörigen Telefonnummer der Einrichtung.)

Eigene Grenzen wahrnehmen. Achten Sie bei der Hilfe und Unterstützung, die Sie leisten, unbedingt auf Ihre persönlichen Belastungsgrenzen. Es ist völlig in Ordnung, wenn während des Kontaktes Themen auftreten, bei denen Sie nicht helfen können und bei denen Sie sich vielleicht überfordert und hilflos fühlen.